Joe Boyd ist ein renommierter Musik- und Filmproduzent, der 1942 in Boston geboren wurde und 1964 seinen Abschluss an der Harvard Universität machte. Seine Karriere begann als Produktions- und Tourmanager für George Wein in Europa, wo er mit Künstlern wie Muddy Waters, Coleman Hawkins und Stan Getz arbeitete. Er war auch beim Newport Folk Festival tätig und betreute Bob Dylans elektrisches Debüt. 1966 eröffnete er den psychedelischen Ballsaal UFO in London.
Boyd produzierte zahlreiche bekannte Künstler und Bands, darunter Pink Floyd, Nick Drake, The Incredible String Band, Fairport Convention, Sandy Denny, Richard & Linda Thompson, Maria Muldaur, Toots and the Maytals, REM, Kate & Anna McGarrigle, 10,000 Maniacs, Billy Bragg, Cubanismo und Taj Mahal. Als Leiter der Musikabteilung von Warner Brothers Films war er für die Filmmusik von Klassikern wie „Deliverance“, „Clockwork Orange“ und „McCabe and Mrs. Miller“ verantwortlich und produzierte die Jimi-Hendrix-Dokumentation.
In den späten 1970er Jahren war Boyd an der Gründung von Lorne Michaels’ „Broadway Pictures“ beteiligt und leitete 20 Jahre lang das von ihm gegründete Label Hannibal Records. 1988 war er Executive Producer des Spielfilms „Scandal“. Im Jahr 2006 veröffentlichte er seine Memoiren „White Bicycles: Making Music in the Sixties“, die weltweit erfolgreich waren und in sechs Sprachen übersetzt wurden.
Boyd hat zahlreiche Konzerte zu Ehren von Künstlern wie Nick Drake, Kate McGarrigle, Syd Barrett, Fairport Convention und The Incredible String Band produziert. Seit 2016 widmet er sich gemeinsam mit seiner Frau Andrea Goertler der Produktion von Alben mit Musik aus dem Balkan. Zu ihren Projekten gehören „At Least Wave Your Handkerchief At Me“ (2017) und „Singer of Tales“ (2020). Ihr jüngstes Werk, „The World and All That It Holds“ (2023), ist ein Soundtrack-Album zu Aleksandar Hemons gleichnamigem Roman.
Sein Buch "And the Roots of Rhythm Remain" beleuchtet die Geschichten hinter der Musik aus aller Welt, die den westlichen Musikgeschmack geprägt hat.